Surfen in Big Bay View

Surfen in Big Bay

Ich wollte ja schon immer mal Surfen. Schon als Kind war ich ganz verrückt nach Wasser, Meer, Strand, Wellen… Manchmal glaubten meine Eltern schon fast, ich wäre ertrunken, weil man mich mehr unter als über Wasser fand. Kurzum – ich liebe das Meer und alles was damit zu tun hat.

Logisch also, dass ich schon immer mal das Surfen ausprobieren wollte. Seit meinem Umzug nach Kapstadt (mit dem Meer jetzt also direkt vor der Haustür) konnte es ja eigentlich nicht mehr lang dauern… Angesichts des eiskalten Atlantiks und der hohen Wellen, ließ sich keiner meiner Freunde überreden, dass es doch Spaß machen würde. Oder aber es war die Angst vor Haien. Und so ganz allein macht’s ja auch keinen Spaß.

Ok, vielleicht hatte da auch meine Faulheit mehr mitzureden, als ich gern zugeben möchte. Aber letztes Jahr hat es dann doch endlich geklappt. Eine Kollegin ist mindestens genauso (wahrscheinlich noch mehr) verliebt in alles was mit Wasser und Meer zu tun hat, sodass ich endlich nicht mehr allein losziehen musste. Jetzt gab’s also keine Ausreden mehr (Obwohl… ich hatte mir gerade erst beide Knie recht heftig aufgeschlagen…. Mhmmm).

Blick Surfen in Big Bay

Diesen Blick hat man beim Surfen in Big Bay

Da Peggy (meine Kollegin) panische Angst vor Haien hat, kam Muizenberg als Anfängerstrand zum Surfen für uns also gar nicht in Frage. Viel Auswahl bleibt dann nicht mehr. Also entschieden wir uns für Big Bay (praktischerweise auch nur ein paar Minuten Fahrt von unserer Wohnung entfernt).

Eine Surfschule war auch schnell gefunden – Surf Big Bay. Nach dem ersten Kontakt per E-Mail (mit super schneller Rückmeldung) ging es dann also Samstag 11:30 Uhr auf ins kalte Nass.

Treffpunkt Parkplatz

Getroffen haben wir uns auf einer kleinen Rasenfläche mitten auf dem Parkplatz von Eden on the Bay (ein kleines Einkaufszentrum direkt am Meer in Big Bay). Der erste Schock darüber, dass wir uns direkt hier zwischen den Autos umziehen und die Wetsuits anziehen sollten, war zum Glück schnell überwunden. Und erstaunlicherweise passte ich auch in den Suit (so sicher war ich mir da vorher gar nicht).

Surfen in Big Bay

Treffpunk am Parkplatz – hier bekam jeder ein Board und Wetsuit für die 2 Stunden Surfunterricht

Surfen in Big Bay

Irgendwie hab ich es tatsächlich in den Wetsuit geschafft….

Nachdem jeder Wetsuit angelegt und die Boards verteilt waren, marschieren wir auf zum Strand. (Die Tatsache, dass ich komplett unfit war, wurde mir schon beim Tragen des Boards recht schmerzlich bewusst).

Surfen in Big Bay

„Bist du ein Goofy Footer?“

Ähm,… was? Zum Glück war auch dieses Mysterium schnell gelöst (wer mit dem rechten Fuß vorn auf dem Board steht wird als „Goofy Footer“ bezeichnet, wer den linken Fuß vorn hat, als „Regular Footer“). Ich bin ein Regular Footer.

Nachdem das geklärt war, hieß es Trockenübungen – wie steht man vom Board am besten auf. Wieder machte sich meine mangelnde Fitness bemerkbar, denn meine Arme schienen nach dreimal Aufstehen aus Brei zu bestehen. Die Kraft zum direkten Aufspringen fehlte mir (und glücklicherweise allen anderen Mädels auch) komplett, sodass wir uns also zunächst auf’s Board knien sollten, und dann aufstehen. Schon im Trockenen fand ich das recht kompliziert – irgendwie gab es nicht genug Platz für meine Beine – und im Wasser schien das zu einem Ding der Unmöglichkeit zu mutieren.

Und plötzlich stand ich

Das erste Mal so richtig auf dem Board stehen, gelang mir erst in meiner dritten Surfstunde. Die ersten zwei war ich mehr damit beschäftigt, mich durch die Strömung zu kämpfen.

Surfen in Big Bay

Der Kampf mit der Strömung beginnt

In Big Bay herrscht meist eine recht starke Strömung, durch die man sich kämpfen muss. Man wird sehr schnell nach einer Seite abgetrieben. Außerdem rollen die Wellen unaufhörlich in die Bucht, sodass es kaum Atempausen gibt. Rauspaddeln muss man als Anfänger zum Glück eigentlich nie, denn die Wellen brechen recht nah am Strand. Man läuft also ins Meer (Peggy steht dann hüfttief, während mir das Wasser schon bis zu den Schultern reicht), kämpft sich dann irgendwie auf sein Board und versucht die nächste Welle zu reiten.

Surfen in Big Bay

Und plötzlich stand ich :)

Wenn ich jetzt zurückdenke an meine erste gestandene Welle (so ne kleine Weißwasserwelle), kann ich mich beim besten Willen nicht erinnern, wie ich aufgestanden bin. An das Gefühl, auf dem Board zu stehen, erinnere ich mich gut. Und die Welle schien zudem endlos und trug mich bis direkt zum Strand – ein Wahnsinns-Gefühl!

Wenn man den Dreh einmal raus hat, fühlt es sich großartig an. Einen freudigen Aufschrei kann ich mir bei jeder gestandenen Welle nicht verkneifen, denn jede Welle fühlt sich wieder wie die erste an.

Achtung: Suchtgefahr!

Unglaublich aber wahr: Surfen macht süchtig. Vielleicht nicht nach der ersten Surfstunde, aber sobald man seine erste Welle geritten hat, gibt es kein Zurück mehr. Eigentlich möchte ich jeden Tag im Meer sein, mir alles abfrieren und unglaublich viel Salzwasser schlucken, nur um wieder das Gefühl zu haben, wieder auf einer kleinen Weißwasserwelle zu reiten. Wie muss es wohl sein, wenn man weiter Draußen, die großen Wellen reitet? Noch kann ich davon nur träumen… aber wer weiß?!

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